Nabu, das ist auch Naturschutz zum mitmachen. Wir suchen immer Interessierte die uns in der Pflegestation, oder bei sonstigen Aktionen helfen. Man kann sich hier auf vielerlei Art einbringen. Zahlendes Mitglied sein ist ja gut uns schön, aber richtig ausfüllend ist es doch erst wenn man sich auch aktiv einbringen kann. Auf der Homepage des Nabu findet Ihr Kontakt Adressen, oder meldet euch doch einfach bei uns. Wir freuen uns auf jeden der helfen möchte.

31.08.08 FUND

Kamen, den 05.08.2008

Hallo Vogelfreunde!
Am Donnerstag, den 31.07.2008, entdeckten wir einen Turmfalken in unserem Garten in Kamen-Heeren.
Dieser war sehr erschöpft und konnte nicht mehr fliegen. Als wir ihn genauer betrachteten, bemerkten wir, dass er beringt ist. Wir nahmen an, dass er aus seinem Nest gestoßen wurde und nicht alleine zurecht kommen würde. Daraufhin baten wir unsere Freunde Brigitte und Neil Handy (Nabufreunde) um Hilfe.
Neil half uns den Falken einzufangen. Anschließend brachten wir ihn zu Ingo und Gudrun vom Nabu Dortmund , der sich auch mit diesen Tieren beschäftigt und Vogelvolieren  besitzt. Er nahm das Tier zu sich und kümmerte sich darum. 
Wir hoffen, dass die Nabu dem Turmfalken helfen konnte und es ihm nun besser geht!
Liebe Grüße!
Manuela und Heidi

Turmfalke

Dortmund 05.08.08
Seid gestern ist der Turmfalke nun in der Vogelpflegestation untergebracht. Gudrun und Ingo haben sich 6 Tage lange Zuhause um den jungen Falken gekümmert. Als Sie den Vogel bekommen haben machte er einen relativ guten Eindruck. War recht kräftig und hat auch sofort kräftig gefressen. Das einzigste Handicap das er hatte war , das er nicht richtig fliegen konnte. Über einer Strecke von einem Meter ist er nicht hinaus gekommen. Ingo hat angenommen das er eine Prellung am Flügel hat. Er wurde dann mit Futter versorgt und am 5. Tag klappte es dann auch mit dem fliegen schon wieder ganz gut. Er ist jetzt im Nabu mit 3 anderen Turmfalken zusammen in einer Voliere untergebracht.

Dortmund  10.08.08

 
Bei einem Besuch in der Pflegestation
machte der Turmfalke einen sehr fitten Eindruck. Wahrscheinlich wird es nicht
mehr lange dauern bis er wieder
entlassen werden kann.    B.Handy



      

12.08.08 
Der Turmfalke wird wohl noch ein wenig beim Nabu bleiben müssen, aber nicht weil es Ihm nicht gut geht sondern um einem sehr jungen Turmfalken alles nötige zum überleben beizubringen. Der neue Turmfalke ist erst ca. 14 Tage alt und hat noch sehr viel für ein Falkenleben zu lernen.

20.09.08
Nun wurde der Falke wieder in die Freiheit entlassen. Zusammen mit den beiden Jungfalken wurde er in Lanstrop ausgesetzt. Jetzt hat er auf jeden Fall gute Vorraussetzungen um alleine gut klar zu kommen.
DIENSTAG......EIN TAG WIE JEDER ANDERE

Dienstag.....Ein Tag wie jeder andere: erst mal schaffen in der Firma, schnell etwas essen und dann geht es ab Brigitte abholen und zum Nabu. Dort müssen 67 Mäusekästen gereinigt und die Tiere versorgt werden. Und natürlich brauchen die Falken und die Schleiereule –unsere eigentliche Arbeit- auch etwas zu fressen.
Mittendrin ein Anruf – der Bauleiter der U-Turm Baustelle meldet einen jungen Turmfalken, der oben auf dem Gerüst des ‚U’s sitzt und unter Umständen nicht gefüttert wird. Also verabreden wir uns nach unserer Arbeit im Nabu uns an der Baustelle zu treffen.
Wir kommen kurz vor dem Bauleiter am vereinbarten Treffpunkt an und schauen schon mal, ob etwas zu erkennen ist. Nein, kein fliegendes Elterntier zu sehen.
Mal sehen, ob wir mit dem Aussenfahrstuhl nach oben fahren? Nun ist der freundliche Bauleiter eingetroffen. Er sagt, dass wir ganz nach oben müssen, zweite ‚Etage’ von oben. Er hat nur drei Helme dabei und Brigitte verzichtet ob ihrer Höhenangst. Also reicht es. Er führt uns zuerst ins Innere, wo wir bequem das Treppenhaus nutzen können. Zu den verschiedenen Ebenen hat der Bauleiter Erklärungen über Historie und den Umbau parat. Richtig interessant ist es dann in der Kuppel. Diese erklimmen wir auch noch innen über eine Stahltreppe, die –ist man erst mal oben- die Größe dieser ‚Kathedrale’ erst richtig erkennen lässt.
Nun geht es nach aussen auf das Baugerüst. Hier kommen dann die Helme so richtig zur Geltung, da man hier doch sehr häufig aneckt. Hier fällt eine merkwürdige Metallkonstruktion auf, ebenso wie ein Haufen abgebauter Leuchtstoffröhren und viele Plexiglasteile. Merkwürdig wozu das gut gewesen sein soll.
Es geht noch ein paar Etagen nach oben – aber kein Falke ist zu sehen, weder auf dem Gerüst noch innerhalb auf dem Gebäude. So müssen wir um sicherzugehen bis aufs Gerüstdach.
Hier weht eine steife Brise, nun ja ca. 67m über dem Boden.
Aber die Aussicht ist schon toll, der Hauptbahnhof sieht wie eine Spielzeugeisenbahn aus. Nun untersuchen wir beim ‚Abstieg’ alle Gerüstetagen, sehen aber keinen Hinweis auf einen Falken. Ausserhalb an den umliegenden Gebäuden ist auch nichts zu erkennen. So geht es dann wieder langsam zurück bis in die Kathedrale, d.h. der Falke muss den Abflug geschafft haben.
Auch unten umrunden wir erst einmal langsam das Gebäude um –wenigstens halbwegs- sicherzustellen, dass wir keine Versteck-Möglichkeit übersehen haben.
Am Auto angekommen erzählt uns dann Brigitte, dass sie zwei Falken gesehen hat, die ums Gebäude geflogen sind. Ein Altvogel, der andere kann ein junger Falke gewesen sein, sie hatte leider kein Fernglas zur Hand. Also wohl
Entwarnung. Der Vogel hatte vermutlich in der Zeit von Baustellen-Feierabend bis zu unserem Eintreffen seine Gelegenheit genutzt um Muttern hinterherzufliegen und sie anzubetteln…..
Ausserdem sagt sie uns, wie schön von hier unten das U zu sehen ist – wir schauen uns an und denken an die Metallkonstruktion mit den Leuchtstoffröhren und das Plexiglas…..
Schade dass man Einsätze mit solcher ‚Fernsicht’ nicht häufiger hat.
Bericht von Gudrun Hartisch und Ingo Lukschütz

DIE VOGELPFLEGESTATION DES NABU DORTMUND

1976 wurde im damaligen Vogelschutzbund (heute: Naturschutzbund) unter der Führung von Reinhold Neugebauer die Pflegestation für Greifvögel und Eulen in dem Vereinshaus an der Strobelallee gegründet.Das Ziel dieser Station ist es kranke, verletzte oder verwaiste Vögel nach der Gesundung/Erholung wieder in die Natur zu entlassen.
Die Tiere werden von aufmerksamen Bürgern aus ganz Westfalen gefunden und an uns über die Polizei, Tierärzte, Feuerwehr, Arche 90 vermittelt. Zunächst werden sie von uns einer gründlichen äusseren Kontrolle unterzogen. Stellen wir Verletzungen bzw. Krankheiten fest, die wir selbst nicht behandeln können, so werden diese einem (Wildvogel-)fachkundigen Tierarzt vorgeführt.
Ebenso werden aufgegriffene und verlassene Jungvögel artgerecht aufgezogen.
Im Gebäude des Tierheimes hat der Naturschutzbund seit 1993 10 grössere und kleinere Volieren, in denen die Vögel dann in Ruhe genesen können. Die tägliche Futterration und Vergabe der Medikamente wird dort von den ehrenamtlichen Mitarbeitern sichergestellt. Diese Helfer versorgen auch täglich die eigens für die Greifvögel/Eulen gezüchteten Mäuse.
Für unsere Region typische Greifvögel und Eulen sind: Turmfalke, Mäusebussard, Waldkauz, Schleiereule, Habicht, Sperber, Waldohreule und Steinkauz.  Ebenso werden auch –ausser der eigentlichen Reihe- Graureiher, Spechte, Krähenvögel/Eichelhäher aufgenommen. Als seltene ‚Gäste’ haben wir Uhus aufgezogen und einen Schwarzmilan und einen Fischadler gepflegt.


Typische Verletzungen sind Flügelverletzungen und Schädelprellungen aufgrund von Anflugschäden an Glasflächen von Gebäuden und Unfälle mit KFZ. Die häufigste Krankheitsursache sind Infektionen jeder Art. Bemerkenswert ist die Anzahl der uns überbrachten Tiere, die ganz offensichtlich aus illegaler privater Hand stammen und daher aufgrund unsachgemässer Haltung schwerwiegende Verletzungen bzw. Verhaltensstörungen aufweisen.
Seit 1976 sind rund 1.500 Vögel von 80 Arten in der Station versorgt worden. Etwa 72 % der Pfleglinge konnten wieder in die Freiheit entlassen werden.
Bericht von G. Hartisch  und I. Lukschütz
  

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